1. Wann hole ich als
FW, Polizei, RD-Mitarbeiter oder Notarzt KIT?
2. Unser Einsatzgebiet
3. Der KIT - Helfer
4. Die Ausbildung der KIT - Helfer
5. Dienstabende und Vorträge in Ihrer
Organisation über KIT - nehmen Sie Kontakt auf!
6. Einsatzstatistik
Wer sollte psychische Erste Hilfe leisten?
- Notärzte
- Rettungsassistenten
- Rettungssanitäter, Rettungsdiensthelfer
- Feuerwehr, Polizei, Mitarbeiter der Hilfsorganisationen
Wann sollte ich aktiv werden?
Werden Sie tätig bei Patienten/Betroffenen nach Notfällen, plötzlicher
schwerer Krankheit, besonders belastenden Einsatzsituationen (Todesfall,
beteiligte Kinder/Eltern, Suizid, Gewalttaten, schwerer Brand), andere
existenzbedrohende oder anderweitig schockierende Einsatzsituationen
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Welcher Patient ist besonders betroffen?
Patienten mit
- starker seelischer Belastung, und/ oder
- akutem psychischem Schock
- fehlenden Verarbeitungsmöglichkeiten
- handlungsunfähigem sozialem Umfeld
Was kann ich als Einsatzpersonal vor Ort tun?
- Sage, dass Du da bist und erkläre, dass "etwas" geschieht
(Was passiert gerade? ' Erklären!)
- Schirme den Betroffenen vor "Zuschauern" ab,
lasse ihn aber nicht ganz alleine
(Kinder? ' Bezugsperson!)
- Suche vorsichtigen Körperkontakt und aktiviere
das soziale Umfeld des Patienten.
(Familie, Angehörige, Freunde, Nachbarn, evtl. KIT)
- Sprich mit dem Patiente n und höre vor allem zu!
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Wer führt Kriseninterventionseinsätze durch?
- Kriseninterventionsberater© (KIT)
- oder dafür ausgebildete Notfallseelsorger
- oder ausgebildete psychosoziale Fachkräfte
Wann kommt KIT zum Einsatz?
Bei Notfallereignissen mit Betroffenen mit
- starker seelischer Belastung, und/ oder
- akutem psychischem Schock
- fehlenden Verarbeitungsmöglichkeiten
- handlungsunfähigem sozialem Umfeld
Wann sollte ich KIT zur Betreuung anfordern?
Situationen und Einsätze mit Betroffenen bei
beteiligten Eltern oder Kindern
besonderen Einsatzsituationen (Tod eines Kindes, Tod der
Eltern, tragische Todesursache z.B. Suizid, VU, Gewalttat)
plötzlichem Kindstod
Flugzeugabsturz, Busunfall, schwerem VU mit
unverletzten Augezeugen, schwerem VU mit Kindern
besonderen örtlichen Situationen (Einsätze in der
Öffentlichkeit oder mit beteiligten Augenzeugen)
Brand mit Schwerverletzten oder Toten
Betroffenen mit initial fehlendem oder (temporär)
handlungsunfähigem sozialem Umfeld.
Was macht KIT?
Ziel ist die situative Unterstützung und Begleitung der Betroffenen,
eine frühzeitige Wiedereingliederung in den Lebensablauf, und/oder
der Verweis auf eine weitere Betreuungs-/Beratungsmöglichkeit.
Ê Verhindern des Auftretens einer
Posttraumatischen Belastungsstörung
Das Kriseninterventionsteam ist über die Rettungsleitstelle zu alarmieren!
Tel: 19 222
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1. Was ist Krisenintervention? Wann wird KIT alarmiert?
Wer alarmiert das KIT?
Die Aufgabe der Krisenintervention im Rettungsdienst ist die Betreuung
von Menschen, die nach einem traumatischen Ereignis unter starken seelischen
Belastungen leiden oder unter akutem psychischen Schock stehen und nicht
medizinisch körperlich versorgt werden müssen. (Dies können
zum Beispiel Angehörige von verstorbenen oder verunfallten Personen
sein).
Krisenintervention im Rettungsdienst versteht sich als eine präventive
Maßnahme gegen das Entstehen einer sog. posttraumatischen Belastungsstörung
(ICD 10 F 43.1) und pathologischer Trauer.
| Die Betreuung erfolgt unmittelbar im Anschluss an den
Einsatz des Rettungsdienstes / Notarztes, der Feuerwehr und Polizei
und erstreckt sich über die ersten Stunden nach dem Trauma. Besteht
der Bedarf an einer weitergehenden Betreuung oder die Gefahr einer
weitergehenden längerfristigen Traumatisierung, wird den Betroffenen
angeraten, sich zur weiteren Betreuung an psychologische Einrichtungen
(z.B. Bezirkskrankenhaus Taufkirchen) zu wenden. |
|
Wer alarmiert uns:
Das Kriseninterventionsteam (KIT) kann durch die Polizei, Rettungs- und
Notarztdienst, Haus-/Bereitschaftsärzte im Rahmen eines Polizei-/Rettungsdiensteinsatzes,
die örtlichen Feuerwehren sowie durch das Notfall-Seelsorgerteam
des Flughafens München angefordert werden.
Die Alarmierung erfolgt ausschließlich über die Rettungsleitstelle
Erding.
Telefon: 08122 / 19222
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Einsatzindikationen:
" Erfolglose Reanimation im häuslichen oder öffentlichen
Bereich
" Plötzlicher Kindstod (SID, Sudden Infant Death)
" Suizid (Betreuung der Angehörigen)
" Überbringung einer Todesnachricht (Unterstützung der
Polizei)
" Großschadensereignis (z.B. Verkehrsunfall mit Bus, Brände
mit Toten oder seelisch betroffenen Personen, Unfall in Firmen mit mehreren
zu betreuenden Personen, Flugzeugabsturz / Notlandung)
" Nach Gewalttaten (z.B. Vergewaltigung, Raubüberfall, Geiselnahme,
Tötungsdelikt: Betreuung von unverletzten Beteiligten oder Zeugen)
" Unfall im Schienenbereich (z.B. Betreuung von Zugführern oder
Fahrgästen)
" Schwere Verkehrsunfälle
Von KIT Erding - Freising durchgeführte Einsätze im Großschadensbereich
(Beispielhafte Aufzählung)
" Betreuung beim Großbrand in einer Firma im Gewerbegebiet
Eching
" Betreuung bei schwerem Verkehrsunfall bei Dorfen mit mehreren Helfern
und Einsatzleitern
" Einsatz beim Amoklauf in der Wirtschaftsschule Freising
" Betreuungseinsatz bei der Hochwasserkatastrophe in Dresden
" Betreuungen am Flughafen München nach Notlandungen
" Betreuung bei Tod im Baustellenbereich
" Betreuung am Flughafen München nach Geiselnahme
" Betreuung von Schülern und Eltern beim Busunglück auf
der B 15 (bei Dorfen)
" Betreuung nach Absturz eines Flugzeuges
" Betreuung Rückkehrer der Tsunami Katastrophe in Südostasien
" Betreuung nach Eishalleneinsturz in Bad Reichenhall
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2. Unser Einsatzgebiet
Unser Einsatzgebiet sind die Landkreise Erding und Freising in Bayern.
Bei Bedarf unterstützen wir auch andere Kriseninterventionsteams
außerhalb unseres Bereichs durch unsere Mitarbeit (z.B. KIT München)
oder führen Betreuungen außerhalb unseres Einsatzbereiches
durch.
Dies geschieht natürlich immer in Absprache mit den dort zuständigen
Leitstellen und auf Anforderung der verantwortlichen Stellen.
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3. Der KIT Helfer
Unsere KIT-Mitarbeiter und Notfallseelsorger arbeiten ausschließlich
ehrenamtlich und ohne Aufwandsentschädigung.
Die meisten haben eine medizinische Fachausbildung oder kommen aus medizinischen
Heilberufen (Ärzte, Krankenpfleger, Rettungsassistenten- und Sanitäter)
und sind bereits viele Jahre ehren- oder hauptamtlich im Bereich des Rettungsdienstes
tätig.
In einer umfassenden Ausbildung wird den KIT-Mitarbeitern ein fundiertes
Grundwissen in der psychologischen Betreuung von traumatisierten Personen
vermittelt.
Diese theoretische Ausbildung wird durch Praktika im Rettungs- und Notarztdienst
ergänzt.
In regelmäßigen Fortbildungen sorgen wir für eine ständige
Qualitätssicherung unserer Arbeit. Nur ein gleich bleibend hohes
Niveau in der Ausbildung und Arbeit des KIT-Helfers garantiert den Erfolg
jedes KIT-Einsatzes.
Unterstützt wird das KIT durch die Arbeit der katholischen und evangelischen
Notfallseelsorger aus den Landkreisen Freising und Erding. Somit kann
eine 24 Stunden-Einsatzbereitschaft während der Woche und an Wochenende
und Feiertagen gewährleistet werden.
Eine weitere Zusammenarbeit besteht mit dem ehem. Flughafenseelsorger
Dr. Franz Gasteiger, der ebenfalls als Beirat im KIT Erding - Freising
tätig ist.
Durch diese seit dem Jahr 2001 existierende Kooperation ist es dem Kriseninterventionsteam
möglich, bei Bedarf eine große Anzahl von Helfern auch kurzfristig
zu mobilisieren, die dann vor Ort die Betreuung schnellstmöglich
übernehmen.
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4. Die Ausbildung der KIT-Helfer
- Je nach Ausbildungsstand Erwerb der Grundvoraussetzungen:
Besuch einer SAN-Ausbildung (8 Wochenenden)
" BOS-Funk-Ausbildung (2 Abende, ist bereits in jeder RA-,Rett-SAN-
und RDH-Ausbildung enthalten)
Praktikumstätigkeit im Rettungsdienst (falls nicht bereits eine
Tätigkeit im Rettungsdienst nachgewiesen werden kann)
- Die Grundausbildung ist von allen Personen zu absolvieren.
- Personen mit Ausbildung zum Rettungssanitäter, Rettungsassistenten,
Rettungsdiensthelfer oder einer gleichwertigen Ausbildung anderer Hilfsorganisationen
(THW, Feuerwehr etc.) erfüllen bereits die Zusatzqualifikationen.
- Personen, die nur eine SAN-Helfer Ausbildung haben, müssen lediglich
noch den BOS-Funk-Kurs besuchen

Die KIT- Ausbildung beinhaltet
- den Basislehrgang Psychotraumatologie (32 UE = 4 Tage) und
- den Aufbaulehrgang (64 UE = 9 Tage).
Nach jedem Lehrgang erfolgt eine mündliche und schriftliche Abschlussprüfung.
- Anschliessend mindestens 5 praktische Einsätze zusammen mit einem
erfahrenen KIT-Mitarbeiter.
Ziel: Absolventen mit dieser Ausbildung können später als hauptverantwortliche
KIT-Helfer Einsätze leiten und durchführen.
Die theoretische Ausbildung( 96 UE) im Bereich der Psychotraumatologie
umfasst folgende Themengebiete:
" Psychotraumatologie
" Krisenintervention allgemein
" Suizid und Suizidanten
" Überbringen einer Todesnachricht
" Plötzlicher Kindstod
" Betreuung von Kindern
" Betreuung in der Öffentlichkeit, bei Verkehrsunfall oder Unfall
im Gleisbereich
" Betreuung nach Verlust eines Angehörigen
" Psychohygiene
" Betreuung nach Gewalttaten
Weiterhin sind für die Helfer nach der neuen Ausbildungsverordnung
von 2004 ein Einstiegs-Lebensalter von mind. 23 Jahren, gesichertes soziales
Umfeld sowie ein Zugangsgespräch mit dem Interessenten obligatorisch.
Die theoretische Ausbildung wird durch Fallbeispiele und Rollenspiele
ergänzt.
Eine praktische Ausbildung wird dadurch erreicht, dass der Helfer nach
der theoretischen Ausbildung bei Einsätzen als Hospitant neben einem
erfahrenen KIT-Helfer tätig ist, bevor er hauptverantwortlich KIT-Einsätze
betreut und leitet.
Hierbei wirft sich die Frage "Wer hilft den Helfern" auf:
Die Helfer werden in ihrer schwierigen Tätigkeit durch regelmäßige
Supervision von Psychologen unterstützt. Hier werden gezielt schwierige
Fälle gemeinsam aufgearbeitet und alternative Lösungen besprochen.
Des Weiteren werden regelmäßig Fortbildungen zu verschiedenen
Themen, wie zum Beispiel Trauer / Trauern, Psychosen durchgeführt.
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5. Vorträge über KIT
Kontaktieren Sie unsere Fortbildungsbeauftragte Birgit Hecher für
einen Vortrag oder eine Fortbildung über Krisenintervention und Stressbewältigung
auf Ihrem Dienst- oder Fortbildungsabend!
birgit.hecher@arbeitskreis-krisenintervention.de
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6. Einsatzstatistik
2007
120 Einsätze
Art des Einsatzes und Anzahl
Tod im häusl. Bereich 41
Überbringen einer Todesnachricht 34
Betreuung nach Tod durch VU/Unfall 12
Betreuung von Eltern nach Tod der Kinder 8
Betreuung nach Suizid/Mord 6
Betreuung im öffentlichen Bereich 6
Betreuung im Zugbereich 5
Betreuung von Kinder 4
Grossbrand 3
Notlandung 1
Seelsorge gesamt 59
KIT gesamt 61
davon Einsätze für andere Leitstellen 2
Gesamt 120
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